Florenz genießen – Toskanische Küche und Reisetipps für die Renaissancestadt

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Florenz verzaubert nicht nur mit Renaissance-Kunst und der Kuppel des Doms, sondern auch mit einer bodenständigen, ehrlichen toskanischen Küche. Hier zählt die Qualität einfacher Zutaten – gutes Olivenöl, Brot, Bohnen und vor allem hervorragendes Rindfleisch.

Die wichtigsten Gerichte

  • Bistecca alla Fiorentina: das berühmte, dick geschnittene T-Bone-Steak vom Chianina-Rind, traditionell blutig über Holzkohle gegrillt und nach Gewicht verkauft.
  • Ribollita: ein deftiger Eintopf aus Brot, Cavolo Nero (Schwarzkohl), Bohnen und Gemüse – Bauernküche in ihrer schönsten Form.
  • Lampredotto: das Florentiner Streetfood schlechthin, ein Sandwich mit geschmortem Kuttelmagen, das man an kleinen Wagen (Lampredottai) isst.
  • Gelato: cremiges Eis aus den vielen handwerklichen Gelaterien der Altstadt.

Wo du essen und bummeln solltest

Der Mercato Centrale im Viertel San Lorenzo ist ein Muss: Unten findest du frische Produkte, Käse und Wurstwaren, oben einen lebhaften Food-Court mit Ständen für jede toskanische Spezialität. Zum Bummeln lohnt sich das Viertel Oltrarno südlich des Flusses, wo Handwerksläden und authentische Trattorien fern vom größten Touristentrubel liegen.

Ein praktischer Tipp zum Bestellen: In echten Trattorien wird die Bistecca oft für mindestens zwei Personen serviert und nach Gewicht (al peso, pro Etto = 100 Gramm) berechnet – frage vorab nach dem Preis. Achte zudem auf den „coperto", eine kleine Gedeckgebühr pro Person.

Viele kleine Trattorien und Marktstände in Florenz beschriften ihre Tageskarten nur auf Italienisch, oft handschriftlich – ein Foto der Karte zum Übersetzen hilft dir, regionale Gerichte richtig zu verstehen und nicht versehentlich Innereien zu bestellen, wenn du sie nicht möchtest.

Plane für Florenz mindestens drei Tage ein und kombiniere die Küche mit einem Ausflug ins Chianti-Weinland.

Beste Reisezeit

April bis Anfang Juni und September bis Oktober sind die besten Monate – warm, klar und mit der Toskana ringsum in ihrer schönsten Form. Juli und August sind heiß und extrem voll; das historische Zentrum fühlt sich dann wie eine Warteschlange mit Gebäuden drumherum an. Der Winter ist die Saison der Einheimischen: kalt, ruhig, günstig und die einzige Zeit, in der man ohne Kampf in die Uffizien kommt. In jedem Monat gilt: Uffizien, Accademia und den Kuppelaufstieg des Doms vorab online mit Zeitfenster buchen, sonst kostet es Stunden.

Praktisches vor Ort

Florenz ist klein genug, dass Laufen fast jede Frage beantwortet – das historische Zentrum durchquert man in etwa fünfundzwanzig Minuten, und ein Großteil ist Fußgängerzone oder für Anwohner reserviert. Es gibt eine Straßenbahn zum Flughafen und Busse in die Hügel, aber beides brauchst du selten. Der Bahnhof Santa Maria Novella bringt dich in rund einer Stunde nach Pisa, Siena, Lucca oder Bologna, was Florenz zu einer ungewöhnlich guten Basis macht. Kopfsteinpflaster verlangt flache Schuhe mit Grip. Der coperto pro Person steht auf der Karte, Trinkgeld über das Aufrunden hinaus wird nicht erwartet, und die bistecca alla fiorentina wird nach Gewicht verkauft und ist zum Teilen gedacht – frag vorher, wie schwer das Stück wird.