Xi'an kulinarisch – Biangbiang-Nudeln, Roujiamo und Reisetipps für China
Xi'an war einst der östliche Ausgangspunkt der Seidenstraße und uralte Kaiserhauptstadt. Diese Geschichte schmeckt man bis heute: Die Küche der Stadt ist herzhaft, weizenbasiert und stark von der muslimischen Hui-Gemeinschaft geprägt – ganz anders als das, was viele unter „chinesischem Essen" verstehen.
Die wichtigsten Gerichte
- Biangbiang-Nudeln: breite, handgezogene Nudeln, deren Schriftzeichen zu den kompliziertesten der chinesischen Sprache gehört – serviert mit Chili, Knoblauch und Essig.
- Roujiamo: oft als „chinesischer Hamburger" bezeichnet – ein knuspriges Fladenbrot, gefüllt mit langsam geschmortem, gewürztem Fleisch.
- Yangrou Paomo: eine kräftige Lammsuppe, in die du selbst zerbröseltes Fladenbrot einbrockst.
- Liangpi: kalte, glatte Nudeln aus Weizen- oder Reisstärke mit würziger Sauce.
Wo du essen und bummeln solltest
Das Herz der Streetfood-Szene ist das muslimische Viertel (Huimin Jie) rund um die Große Moschee – ein Labyrinth aus Gassen voller Grills, Nudelläden und Süßigkeitenstände, das abends besonders lebendig ist. Tagsüber lohnt sich ein Spaziergang oder eine Radtour auf der vollständig erhaltenen Stadtmauer aus der Ming-Zeit.
Ein praktischer Tipp beim Yangrou Paomo: In traditionellen Lokalen bekommst du das Fladenbrot roh und brichst es selbst in möglichst kleine Stücke – je feiner, desto besser nimmt es die Brühe auf. Das gehört zum Ritual und bestimmt mit, wie gut das Gericht schmeckt.
Die Karten im muslimischen Viertel und in den kleinen Nudelläden sind fast nur auf Chinesisch beschriftet – ein Foto der Speisekarte zum Übersetzen hilft dir, die regionalen Spezialitäten zu erkennen und Lammgerichte, Nudeln oder Brote gezielt zu bestellen.
Plane für Xi'an zwei bis drei Tage ein und reserviere einen halben Tag für die weltberühmte Terrakotta-Armee außerhalb der Stadt.
Beste Reisezeit
April bis Mai und September bis Oktober sind die besten Fenster: mild, trocken und angenehm für lange Tage auf der Stadtmauer und bei der Terrakotta-Armee. Der Sommer ist heiß und staubig, mit Spitzen weit über dreißig Grad, der Winter kalt und trocken, dafür sind die Sehenswürdigkeiten fast leer und der Nudelteller wärmt umso besser. Der Frühling kann Sandstaub aus dem Nordwesten bringen. Meide die Nationalfeiertagswoche Anfang Oktober und das Frühlingsfest, wenn du nicht früh gebucht hast.
Praktisches vor Ort
Die U-Bahn ist günstig und zweckmäßig; für die Terrakotta-Armee fährt man mit Bahn plus Bus oder nimmt ein Taxi und rechnet mit gut einer Stunde je Richtung. Tickets kauft man online mit Passnummer, und der frühe Vormittag ist deutlich ruhiger als der Nachmittag. Bezahlt wird per Handy-App; beide großen Anbieter lassen sich mit ausländischen Karten verknüpfen, was du vor der Reise einrichten solltest. Trinkgeld ist unüblich. Das muslimische Viertel rund um die Große Moschee ist abends am lebendigsten und stark bargeldorientiert, und die Stadtmauer lässt sich am besten per Leihrad umrunden – vierzehn Kilometer, etwa eineinhalb Stunden.